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Mitt Romney
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Willard Mitt Romney [] (* 12. MĂ€rz 1947 in Detroit, Michigan) ist ein US-amerikanischer GeschĂ€ftsmann und Politiker der Republikanischen Partei. Von 2003 bis 2007 bekleidete er das Amt des Gouverneurs des Bundesstaates Massachusetts. Er war einer der Bewerber seiner Partei fĂŒr die Nominierung zur PrĂ€sidentschaftswahl 2008 sowie Kandidat der Republikanischen Partei fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahl 2012, unterlag aber dem demokratischen Kandidaten Barack Obama. Er wurde am 6. November 2018 fĂŒr Utah in den US-Senat gewĂ€hlt; die Amtszeit begann am 3. Januar 2019.cite-ref-1[1] Mitte September 2023 gab Romney bekannt, bei der Senatswahl am 5. November 2024 nicht mehr zu kandidieren.cite-ref-2[2]

Contents

‱ Leben
‱ Innenpolitik
‱ Weblinks

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Leben

FrĂŒhere Laufbahn

Mitt Romney wurde in Detroit geboren. Sein Vater George W. Romney war von 1963 bis 1969 Gouverneur von Michigan. Seine Mutter Lenore bewarb sich 1970 in Michigan fĂŒr die Republikaner um einen Sitz im US-Senat und unterlag damals dem Mandatsinhaber Philip Hart. Romney hat drei Geschwister und besuchte die elitĂ€re Cranbrook School (die heutige Cranbrook Kingswood School) in Bloomfield Hills, eine zur Cranbrook Educational Community gehörende Privatschule. Dort machte er 1965 seinen Highschool-Abschluss.

Auf der Cranbrook School lernte er Ann Lois Davies (* 1949) kennen. Sie konvertierte 1966 zur Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und wurde 1969 seine Ehefrau. Das Paar hat fĂŒnf erwachsene Söhne, Taggart (* 1970), Matthew (* 1971), Joshua (* 1975), Benjamin (* 1978) und Craig (* 1981) sowie 24 Enkelkinder. Das Ehepaar Romney lebt heute in der NĂ€he von Boston und unterhĂ€lt ein Haus am Meer in La Jolla, Kalifornien.

Romneys Ururgroßvater Parley P. Pratt war GrĂŒndungsmitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tagecite-ref-3[3], dessen SchwĂ€gerin war die spĂ€tere mormonische Apostatin und BekĂ€mpferin der Polygamie Sarah Pratt. Sein Urgroßvater, Miles Park Romney, hatte vier Frauen. Nachdem die Vielehe in Bundesterritorien der USA – der damalige Rechtsstatus Utahs – durch den Edmunds Act 1882 verboten wurde, floh er 1885 mit anderen Mormonen nach Colonia JuĂĄrez in Chihuahua in Mexiko,cite-ref-smithsonianmag-4-0[4] obwohl Polygamie dort ebenfalls verboten war. Die Romneys lebten in einer Siedlung des LeBaron-Clans, dessen Nachkommen heute noch in Mexiko leben.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]cite-ref-7[7] Sein Vater George W. Romney kehrte 1912 in die USA zurĂŒck.cite-ref-smithsonianmag-4-1[4] Romney ist heute Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“). ZunĂ€chst war Mitt Romney als junger Erwachsener ab 1966 zwei Jahre fĂŒr eine Mission in Frankreich tĂ€tig.cite-ref-8[8] Romney studierte an der Brigham Young University (u. a. bei W. Cleon Skousencite-ref-9[9]), die er 1971 mit dem Bachelor of Arts in englischer Literatur abschloss, und an der Harvard University, wo er 1975 den Juris Doctor und den Master of Business Administration erwarb.cite-ref-10[10] Von 1981 bis 1986 war er mormonischer Bischof in Belmont, einem Vorort von Boston, und leitete von 1986 bis 1994 als PfahlprĂ€sident die Verwaltung von ca. 4000 Mormonen im östlichen Massachusetts.cite-ref-11[11]

Nach dem Studium arbeitete er fĂŒr die Unternehmensberatung Bain & Company in Boston. SpĂ€ter war er GrĂŒndungspartner der 1984 gegrĂŒndeten Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital, die er bis 1999 leitete. Sein Privatvermögen von (2007) geschĂ€tzt 260 bis 350 Millionen US-Dollarcite-ref-12[12] stammt aus den ErtrĂ€gen seiner TĂ€tigkeit bei Bain Capital. Im Jahr 2010 zahlte Romney den niedrigen Steuersatz fĂŒr VermögensertrĂ€ge von 13,9 Prozent (2011: 15,4 %), was politische Gegner wĂ€hrend der Vorwahlperiode thematisierten.cite-ref-sz2012-01-24-13-0[13]

Bei der Wahl zum US-Senat 1994 trat er in Massachusetts gegen den langjĂ€hrigen Senator Edward Kennedy an und unterlag mit 41 Prozent der Stimmen – dem zweitbesten Ergebnis, das je ein republikanischer Kandidat gegen Kennedy erzielte.

1999 wurde Romney GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Organisationskomitees der XIX. Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City, Utah.

Gouverneur von Massachusetts (2003–2007)

Im Jahr 2002 wurde er von der Republikanischen Partei als Kandidat fĂŒr das Gouverneursamt von Massachusetts nominiert. Im November desselben Jahres wurde Romney zum 70. Gouverneur von Massachusetts gewĂ€hlt: Er erhielt 50 % der Stimmen, die demokratische Kandidatin Shannon O’Brien 46 % der Stimmen. Als Gouverneur erreichte er, dass der Haushalt des Bundesstaates ausgeglichen wurde und sogar ÜberschĂŒsse verbuchte.

Im November 2004 versuchte er, die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes des Bundesstaates zu gleichgeschlechtlichen eheĂ€hnlichen Partnerschaften durch eine Änderung der Verfassung zu verhindern, die die Ehe auf Verbindungen zwischen Mann und Frau beschrĂ€nkt hĂ€tte.

Im Dezember 2004 kĂŒndigte Romney an, er werde einen Vorschlag einbringen, in Massachusetts die Todesstrafe fĂŒr Terrorismus, Massenmord und Mord an Polizeibeamten wieder zu erlauben. Der Gesetzentwurf wurde im ReprĂ€sentantenhaus von Massachusetts am 28. April 2005 mit 99 Stimmen gegen 53 abgelehnt. Er legte außerdem sein Veto gegen die Stammzellenforschung ein; das Parlament ĂŒberstimmte sein Veto jedoch deutlich.

Bei einer Umfrage zur PopularitÀt der Gouverneure in den 50 US-Bundesstaaten im Dezember 2005 landete er (mit einer Zustimmung von 41 % gegen 51 % Ablehnung) auf Platz 33.cite-ref-14[14]

PrÀsidentschaftskandidatur 2008

→

Hauptartikel

:

PrÀsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008

und

Vorwahlergebnisse der PrÀsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008

Als er am 24. Dezember 2005 ankĂŒndigte, sich nicht der Wiederwahl als Gouverneur zu stellen, sahen viele darin eine Entscheidung, die in Hinblick auf eine Nominierung als PrĂ€sidentschaftskandidat der Republikanischen Partei fĂŒr 2008 getroffen wurde.

Mitt Romney kĂŒndigte am 13. Februar 2007 offiziell seine Kandidatur ancite-ref-15[15] und sammelte insgesamt 44 Mio. US-Dollar an Spendengeldern, deutlich mehr als seine Konkurrenten Rudy Giuliani, Fred Thompson und Mike Huckabee.

Am 11. August 2007 ging Romney mit ca. 32 Prozent der Stimmen als Sieger der Straw Poll in Ames, Iowa hervor. Diese nicht bindende Abstimmung galt als erster wichtiger Indikator fĂŒr die Organisation der Kandidaten vor den parteiinternen Vorwahlen (Caucus und Primaries) im Januar 2008. Auch der damalige Gouverneur von Texas, George W. Bush, siegte 1999 bei dieser Testwahl und wurde anschließend PrĂ€sidentschaftskandidat der Republikaner. Romney galt laut Umfragen lange Zeit neben Iowa auch im wichtigen Vorwahlstaat New Hampshire als Favorit.cite-ref-16[16] In beiden Staaten konnte er jedoch trotz einer anfĂ€nglich unangefochtenen FĂŒhrungsposition nur Platz zwei verbuchen (25 Prozent in Iowa, hinter Huckabee; 32 Prozent in New Hampshire, hinter John McCain). In Iowa erhielt er lediglich zwölf Stimmen, wĂ€hrend sein Konkurrent Huckabee dort 17 errang.

Immerhin vereinigte er jedoch bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten Wyoming, Nevada, Michigan, Maine, Massachusetts, Colorado, Minnesota, Montana, North Dakota und Utah die meisten Stimmen auf sich:cite-ref-michigan-17-0[17] So gewann er am 5. Januar 2008 in Wyoming. Dort erhielt er 8 von 12 Stimmen, die nach Wahlende auf dem Parteitag der Republikaner ausgezĂ€hlt wurden. Insbesondere die Vorwahlen in Michigan konnte er deutlich fĂŒr sich entscheiden,cite-ref-michigan-17-1[17] ebenso die in Maine.cite-ref-stern-21785556-18-0[18] Nachdem in den meisten Staaten solche Erfolge ausblieben, stieg Romney am 7. Februar 2008 aus dem Rennen um die PrĂ€sidentschaftskandidatur aus. „Ich fĂŒhle, dass ich jetzt beiseite treten muss“,cite-ref-19[19] erklĂ€rte er. Unmittelbaren Anlass hierzu gab sein unbefriedigendes Abschneiden bei den parteiinternen Abstimmungen ĂŒber die Spitzenkandidatur am Super Tuesday.

PrÀsidentschaftskandidatur 2012

Im April 2011 kĂŒndigte Romney an, seine Kandidatur fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahlen 2012 vorzubereiten.cite-ref-20[20] Bei den Vorwahlen in Iowa am 3. Januar 2012, „den knappsten Vorwahlen aller Zeiten“, wurde zunĂ€chst (und wie sich spĂ€ter herausstellte fĂ€lschlich) ein Stimmenvorsprung von 8 Stimmen gemeldet. Eine NachzĂ€hlung ergab einen Stimmenvorsprung von 34 Stimmen fĂŒr seinen Gegenkandidaten Rick Santorum, allerdings fehlten bei beiden ZĂ€hlungen die Stimmen aus acht Wahllokalen vollstĂ€ndig. Bei der folgenden Vorwahl, der in New Hampshire am 10. Januar 2012, gewann er mit deutlichem Vorsprung.cite-ref-spon-808406-21-0[21]cite-ref-spon-808150-22-0[22] Finanziert wurde sein Wahlkampf grĂ¶ĂŸtenteils von sogenannten Super-PACs (Political Action Comitees), losen UnterstĂŒtzergruppen von MultimillionĂ€ren.cite-ref-spon-808439-23-0[23] Viele der innerparteilichen Konkurrenten um das Amt des PrĂ€sidentschaftsbewerbers befehdeten sich untereinander, teils mit Schlammschlacht-Methoden.cite-ref-24[24]

Am 21./22. Januar (MEZ) siegte Newt Gingrich bei den republikanischen Vorwahlen in South Carolina; das Rennen um die PrĂ€sidentschaftskandidatur galt damit wieder als völlig offen.cite-ref-spon-810608-25-0[25] Am 31. Januar gewann Romney die Vorwahlen im bevölkerungsreichen Bundesstaat Florida. Er erhielt 46 % der Stimmen; Gingrich nur 31 %. Der Spiegel schrieb: „Nach seinem 46-Prozent-Triumph [
] ist Romney die Kandidatur wohl nicht mehr zu nehmen. [
] der Verlierer verkennt die Signale: Trotz seiner deftigen Vorwahl-Niederlage in Florida will Newt Gingrich nicht aufgeben.“cite-ref-spon-812612-26-0[26] Als einzigen ernsthaften Konkurrenten Romneys bezeichneten Beobachter Anfang April den ehemaligen Senator Rick Santorum.

Am 10. April verkĂŒndete auch Santorum seinen RĂŒckzug, am 3. Mai Gingrich und am 14. Mai 2012 Ron Paul. Durch seinen Vorwahlsieg in Texas am 29. Mai 2012 erhielt Romney so viele Stimmen, dass er mehr als die nötigen 1144 Stimmen zur Nominierung auf sich vereinigte. Am 11. August 2012 erklĂ€rte er schließlich Paul Ryan zu seinem Running Mate, also zum Kandidaten fĂŒr das VizeprĂ€sidentenamt. Am 28. August 2012 wurde Romney auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa mit großer Mehrheit offiziell zum PrĂ€sidentschaftskandidaten gekĂŒrt. Insgesamt votierten 2061 der 2286 Delegierten fĂŒr ihn.cite-ref-27[27]

Romneys Ehefrau Ann machte mit ihm zusammen Wahlkampf.cite-ref-28[28] Seine SteuererklÀrung veröffentlichte er im September 2012 nach langem öffentlichem Druck.cite-ref-spon-857313-29-0[29]

Der demokratische Amtsinhaber Barack Obama erhielt bei der Wahl am 6. November 2012 51,1 % der Stimmen und die Mehrheit der WahlmÀnner-Stimmen und wurde wiedergewÀhlt.cite-ref-30[30] Romney erhielt nur 47,2 % und gestand seine Niederlage ein. Entscheidend zum Wahlergebnis trug Obamas Erfolg in mehreren Swing States wie Florida, Ohio, Colorado, Virginia, Iowa und Nevada bei.cite-ref-31[31]cite-ref-spon-856879-32-0[32]

In einer Konferenzschaltung mit Geldgebern fĂŒr seine Kampagne am 14. November erklĂ€rte Romney seine Niederlage als teilweise verursacht durch „finanzielle Geschenke“ von Obama und dessen Kampagne an „bestimmte Mitglieder“ seiner Basis.cite-ref-33[33] Einige Republikaner, darunter Louisianas Gouverneur Bobby Jindal, wiesen dies zurĂŒck.cite-ref-34[34]

RĂŒckkehr zur Privatwirtschaft und politische Äußerungen

Nach der verlorenen PrĂ€sidentschaftswahl im November 2012 kehrte Mitt Romney als Aufsichtsrat des Hotelbetreibers Marriott in die Privatwirtschaft zurĂŒck.cite-ref-35[35]

Nachdem Romney zunĂ€chst eine weitere PrĂ€sidentschaftsbewerbung ausschloss, erklĂ€rte er Anfang Januar 2015, eine Kandidatur fĂŒr die Wahl des Jahres 2016 zu erwĂ€gen.cite-ref-36[36] Am 30. Januar wurden jedoch Meldungen bekannt, nach denen Romney eine Kandidatur ausschließen werde.cite-ref-37[37] FĂŒr einen Kandidaten im republikanischen Vorwahlkampf sprach sich Romney aber nicht aus. Allerdings Ă€ußerte er sich positiv zu John Kasich, Marco Rubio und Chris Christie. Gleichzeitig kritisierte Romney den bis Ende 2015 in Umfragen klar fĂŒhrenden Immobilienunternehmer Donald Trump, der durch zahlreiche Kontroversen auch innerparteilich als umstritten galt.cite-ref-38[38] Am 3. MĂ€rz 2016, nachdem Trump bereits eine Reihe Vorwahlen gewonnen hatte, hielt Romney an der UniversitĂ€t von Utah eine Grundsatzrede vor großem Publikum, in der er von einer Kandidatur Trumps warnte. Er sprach Trump die Eignung fĂŒr das PrĂ€sidentenamt ab; unter anderem wĂŒrde dessen Politik in eine Rezession fĂŒhren. Zu Trumps außenpolitischen VorschlĂ€gen sagte Romney, diese seien „sehr sehr nicht schlau“ („very very not smart“), nachdem Trump sich zuvor selbst als „sehr sehr schlau“ bezeichnete. Ferner kritisierte Romney Trumps Auftreten und seine Rhetorik.cite-ref-39[39] Romney sagte auch, Trump sei ein Aufschneider und BetrĂŒger, der die amerikanische Öffentlichkeit zum Narren halte.cite-ref-40[40] Die BemĂŒhungen Romneys und anderer hochrangiger Republikaner blieben letztlich erfolglos: Trump fiel nach weiteren Siegen im Mai die Kandidatur fĂŒr die Republikanische Partei zu (Details hier); bei der US-PrĂ€sidentschaftswahl am 8. November 2016 wurde er zum 45. US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt.

Amtszeit im Senat ab 2019

Nach monatelangen Spekulationen gab Romney am 16. Februar 2018 bekannt, dass er sich bei der Wahl zum US-Senat 2018 um die Nominierung der Republikaner fĂŒr den Sitz Orrin Hatchs in Utah bewirbt, nachdem Hatch angekĂŒndigt hatte, 2018 nicht mehr anzutreten. Romneys Wahl in diesem von Mormonen geprĂ€gten, konservativen Bundesstaat galt als sicher. Nachdem Romney wĂ€hrend des PrĂ€sidentschaftswahlkampfs 2016 zu den schĂ€rfsten innerparteilichen Kritikern Donald Trumps gehört hatte, gab er sich 2018 versöhnlich: Er stimme mit Trumps politischer Agenda fĂŒr niedrige Steuern und weniger Regulierungen und BĂŒrokratie vollstĂ€ndig ĂŒberein.cite-ref-41[41] Bei seiner AnkĂŒndigungsrede fĂŒr seine Senatskandidatur kritisierte er jedoch Trump ohne Namensnennung; Romney erklĂ€rte, der Bundesstaat Utah heiße legale Einwanderer willkommen, wĂ€hrend die Hauptstadt eine Botschaft der Ausgrenzung sende.cite-ref-42[42] Am 19. Februar erklĂ€rte Trump seine UnterstĂŒtzung fĂŒr Romneys Kandidatur.cite-ref-43[43] Bei der Utah Republican Convention am 22. April 2018 gelang es Romney nicht, die Nominierung zu erreichen: Er erhielt 49 Prozent der Delegiertenstimmen gegenĂŒber 51 Prozent fĂŒr seinen Herausforderer, den bisherigen Abgeordneten im ReprĂ€sentantenhaus von Utah Mike Kennedy; 60 Prozent wĂ€ren fĂŒr eine sofortige Nominierung nötig gewesen. Beide traten in einer parteiinternen Vorwahl gegeneinander an,cite-ref-44[44] die Romney am 26. Juni 2018 mit 71,7 Prozent der Stimmen gewann.cite-ref-45[45] Er traf in der Hauptwahl im November 2018 auf die Demokratin Jenny Wilson, eine bisherige StadtrĂ€tin von Salt Lake City. Romney gewann die Wahl mit 62,6 % der Stimmen und zog damit am 3. Januar 2019 in den US-Senat ein. Sein Senatsmandat lĂ€uft somit bis zum 3. Januar 2025.

Im Februar 2020 stimmte Romney als einziger Republikaner im Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump beim Anklagepunkt des Amtsmissbrauchs mit den demokratischen Senatoren und sprach damit den PrĂ€sidenten schuldig.cite-ref-46[46] Nach dem Tod der liberalen Supreme Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg kurz vor der PrĂ€sidentschaftswahl 2020 schlug er sich allerdings auf die Seite der Trump-Regierung und sprach sich fĂŒr eine Abstimmung ĂŒber den Trump-Kandidaten im Senat vor der AmtseinfĂŒhrung des neuen PrĂ€sidenten aus. Mit seiner Zustimmung galt die Mehrheit fĂŒr den Kandidaten als sicher.cite-ref-47[47] Im Oktober 2020 gab Romney bekannt, bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2020 nicht fĂŒr Trump zu stimmen.cite-ref-48[48]

Nach der US-PrĂ€sidentschaftswahl am 3. November 2020 war Romney einer der ersten republikanischen Politiker, die Trumps unbelegter Behauptung widersprachen, die Wahl werde von Demokraten manipuliert und ihm werde so sein Sieg „gestohlen“.cite-ref-49[49] Nach der Wahl erkannte er den Wahlsieg Bidens an und gratulierte ihm zum Sieg.cite-ref-50[50]

Nach dem Sturm auf das Kapitol unterstĂŒtzte er das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump und stimmte als einer von sieben republikanischen Senatoren fĂŒr einen Schuldspruch Trumps.cite-ref-51[51] Auf dem Parteitag der Republikaner von Utah in West Valley City am 2. Mai 2021 erhielt er Gegenwind. Zwischenrufer bezeichneten ihn als Kommunisten und VerrĂ€ter (traitor), und als er in seiner Rede erklĂ€rte, dass er „kein Fan der Charaktereigenschaften unseres letzten PrĂ€sidenten“ gewesen sei (I wasn't a fan of our last president's character issues), wurde er durch laute Buh-Rufe unterbrochen. Ein Antrag, Romney wegen seiner UnterstĂŒtzung des Amtsenthebungsverfahrens eine RĂŒge zu erteilen, wurde von den Delegierten nur mit knapper Mehrheit abgelehnt.cite-ref-52[52]

Am 13. September 2023 gab Romney bekannt, dass er zur Senatswahl in den Vereinigten Staaten 2024 nicht erneut antreten werde. Er wolle Platz fĂŒr JĂŒngere machen.cite-ref-53[53]

Politische Standpunkte

Als Gouverneur von Massachusetts galt Romney als gemĂ€ĂŸigter Vertreter seiner Partei. WĂ€hrend seiner Kandidatur zum PrĂ€sidenten vertrat er deutlich konservativere Positionen. Nach seiner Wahl in den US-Senat bewegte sich Romney zurĂŒck in Richtung Mitte und gilt als einer der moderaten republikanischen Senatoren.cite-ref-54[54]

Innenpolitik

Die unter seiner FĂŒhrung in Massachusetts gemeinsam mit den Demokratencite-ref-55[55] verabschiedete Gesundheitsreform war eine zentrale Referenz fĂŒr die Gesundheitsreform der Obama-Regierung. Romney befand sich in der Lage, als PrĂ€sidentschaftskandidat mit Obamacare eine Reform kritisieren zu mĂŒssen, deren geistiger Vater er selbst war. Im Zuge der Vorwahlen betonte Romney, dem der konservative FlĂŒgel der Republikanischen Partei oftmals ein „moderates Profil“ vorwarf, seine konservativen Positionen. Da er sich teilweise auch von seinen einst vertretenen Ansichten (insbesondere Abtreibung) abwandte, wurde ihm mehrfach Opportunismus vorgeworfen.cite-ref-56[56]

Er lehnt gleichgeschlechtliche Ehen ab, ist aber mit der EinfĂŒhrung von eingetragenen Partnerschaften in den einzelnen Bundesstaaten einverstanden.cite-ref-57[57] Zudem setzt er sich fĂŒr das Bildungsgutscheinmodell ein, das Eltern ermöglicht, die Schule fĂŒr ihr Kind frei auszuwĂ€hlen und es eventuell auf eine Privatschule zu schicken. Er befĂŒrwortet ferner den in den USA millionenfach praktizierten Hausunterricht (Homeschooling)cite-ref-58[58] und möchte Kinder vor Pornographie und Gewalt in den Medien schĂŒtzen.cite-ref-diepresse-wichtigste-bewerber-59-0[59] Romney hat eine harte Haltung gegenĂŒber illegalen Einwanderern und lehnt die nachtrĂ€gliche Legalisierung ab.cite-ref-diepresse-wichtigste-bewerber-59-1[59] Außerdem plant er eine Gesundheitsreform, die den Markt ausbauen und deregulieren und den Amerikanern somit den Zugang zu einer privaten Krankenversicherung erleichtern soll. Dies soll ohne Steuererhöhungen geschehen.cite-ref-nzz-60-0[60]

Er ist Gegner des Rechts auf Abtreibung, das er bei seinen WahlkĂ€mpfen in Massachusetts 1994 und 2002 noch befĂŒrwortet hatte.cite-ref-61[61] Er will jedoch Abtreibungen bei Vergewaltigung und Inzest sowie bei Gefahr fĂŒr das Leben der Mutter zulassen.cite-ref-faz-11936772-62-0[62]

Romney warnte in einer Wahlkampfrede, die USA dĂŒrften nicht „das Frankreich des 21. Jahrhunderts werden“ – „noch immer eine bedeutende Nation, aber nicht mehr der WeltfĂŒhrer, nicht die Supermacht“. Nach Romneys Auffassung steht „Europa [
] vor einem demografischen Desaster, [als] unvermeidliche[s] Produkt eines geschwĂ€chten Glaubens an den Schöpfer, gescheiterten Familien, einer Missachtung der Heiligkeit des menschlichen Lebens und einer erodierten Moral.“cite-ref-stern-610264-63-0[63]

Romney bezeichnete 2010 die Verabschiedung der Gesundheitsreform als Machtmissbrauch und „eine historische Usurpation des Gesetzgebungsprozesses“, obwohl sie, worauf Paul Krugman hinwies, seinen einstigen eigenen ReformplĂ€nen ziemlich nahekam.cite-ref-64[64]

Er sprach sich im MĂ€rz 2012 wĂ€hrend des Wahlkampfs vor der US-PrĂ€sidentschaftswahl 2012 fĂŒr den Haushaltsplan des Kongressabgeordneten Paul Ryan aus. Der Plan sah eine Senkung des Spitzensteuersatzes sowie KĂŒrzungen von Transferleistungen fĂŒr Geringverdiener und Arme vor. Barack Obama gewann die Wahl gegen Romney mit 51,1 % zu 47,2 %.

im Dezember 2025 forderte er in einem Gastbeitrag höhere Steuern fĂŒr Superreiche sowie dem Schließen von Steuerschlupflöchern fĂŒr diese, um sie stĂ€rker am Allgemeinwohl zu beteiligen. Damit brach mit der unter Republikanern ĂŒblicherweise herrschenden Mantra, dass niedrige Steuern ĂŒber das Ankurbeln der Wirtschaft sowohl Reichen als auch Armen zugute kĂ€men. Immer werde behauptet, dass das durch die Steuersenkungen beschleunigte Wirtschaftswachstum „immer gleich hinter der nĂ€chsten Ecke“ lĂ€ge, nur komme diese Ecke nie. Auch erklĂ€rte er, der Versuch, mit Elon Musks Department of Government Efficiency die Staatsausgaben gravierend zu kĂŒrzen, sei „spektakulĂ€r gescheitert“.cite-ref-65[65]

Außenpolitische Ansichten

Im MĂ€rz 2012 bezeichnete Romney Russland als „geopolitischen Feind Nummer eins“. Als BegrĂŒndung fĂŒhrte er die Haltung der russischen Regierung zu Irans Atomprogramm und zum Aufstand in Syrien, in dem Russland das Assad-Regime unterstĂŒtzte, an.cite-ref-66[66] Romney forderte, die syrische Opposition mit schweren Waffen, die allerdings nicht von den USA geliefert werden sollten, zu unterstĂŒtzencite-ref-welt-110591389-67-0[67] und befĂŒrwortete einen prĂ€ventiven MilitĂ€rschlag gegen den Iran.cite-ref-focus-834604-68-0[68] Einen MilitĂ€rschlag gegen Syrien lehnte Romney ab.cite-ref-welt-110591389-67-1[67] Er versprach, die US-Truppen aus Afghanistan bis zum Jahr 2014 abzuziehen.cite-ref-focus-844815-69-0[69]

Im BĂŒrgerkrieg in Libyen unterstĂŒtzte Romney 2011 Obamas Intervention, warf ihm aber vor, zu spĂ€t eingegriffen zu haben.cite-ref-70[70]

Romney kritisierte die Volksrepublik China als „WĂ€hrungsmanipulator“. Sie halte den Kurs des Renminbi niedrig, um Waren billiger anbieten zu können.cite-ref-hb-7133548-71-0[71] Er forderte, dass die USA eine fĂŒhrende Rolle bei der Lösung des Nahostkonflikts spielen sollten.cite-ref-ihayom-72-0[72] Die PalĂ€stinenser trĂŒgen die alleinige Schuld am Konflikt,cite-ref-73[73] und Amerika solle abwarten, bis von selbst eine Konfliktlösung eintrete.cite-ref-74[74] Romney verwahrte sich gegen Kritik an Israel wegen Menschenrechtsverletzungen und bekannte sich zu bedingungsloser SolidaritĂ€t mit Israel.cite-ref-75[75]cite-ref-76[76] WĂ€hrend eines Besuches in Warschau im Juli 2013 verurteilte er die „Diktatur“ in Belarus.cite-ref-77[77]

In der dritten PrĂ€sidialdebatte ĂŒber Außenpolitik zwischen Obama und Romney betonte der Republikaner den „Extremismus in der Welt des Islam“. Am 22. Oktober 2012 Ă€ußerte er, dass man sich der „radikalen Welle“, die sich nach den Revolten in Mittelost ausbilde, entgegenstemmen mĂŒsse und dass diese eine Niederlage der Politik Obamas seien.

Veröffentlichungen

‱ Turnaround: Crisis, Leadership, and the Olympic Games, Washington: Regnery Publishing 2001. ISBN 0-89526-084-0 (mit Timothy Robinson).
‱ No Apology: The Case for American Greatness, New York: St. Martin’s Press. 2010. ISBN 0-312-60980-9.
‱ Believe in America: Mitt Romney’s Plan for Jobs and Economic Growth, Amazon Digital Services. 2012.

Weblinks

Commons

: Mitt Romney

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Mitt Romney in der National Governors Association (englisch)
‱ Mitt Romneys Website zur PrĂ€sidentschaftskandidatur (englisch)
‱ US-PrĂ€sidentschaftsbewerber Romney: Mr. Perfect will es wissen. In: Spiegel Online, 2. Juni 2011
‱ Ergebnisse der Vorwahlen 2012. In: The New York Times (englisch)
‱ Ergebnisse der PrĂ€sidentschaftswahlen 2012 (englisch)

Einzelnachweise

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